Sarah arbeitet als Physiotherapeutin am Fritz-Felsenstein-Haus in Augsburg, einer Schule und einem Zentrum für Menschen mit Körper- oder Mehrfachbehinderung. Viele der Kinder dort werden über eine Sonde ernährt, und immer wieder standen Eltern und Kolleg:innen mit denselben Fragen vor ihr: „Reicht die Sondennahrung? Ist die Ernährung richtig eingestellt?" Durch ihre Weiterbildung in enteraler Ernährung wusste Sarah vor allem eines: Solche Fragen sollte man nicht aus dem Bauch heraus beantworten, sondern systematisch, mit Formeln und festen Zahlen. Nur ist das viel Rechenarbeit. „Du kannst doch programmieren, kannst du nicht einen Rechner bauen, mit dem wir die Bedarfe der Kinder ausrechnen können?", sagte sie öfter zu Haomin. Aber zwischen Vollzeitjob, Klettern und Zeit mit seiner lieben Freundin Sarah verbringen kam er nie dazu, sich wirklich damit auseinanderzusetzen.
Dann kam der Abend in der Notaufnahme der Uniklinik Augsburg. Haomin hatte Sarah hingefahren, weil ihr eine Schlittenhundfahrt in Norwegen eine schlimme Mittelohrentzündung beschert hatte. Ein Wartebereich ohne Fenster, nichts zu lesen, nichts zu tun. Das Warten dauerte. Also hatten Sarah und Haomin endlich Zeit, einmal genauer über das Thema zu reden. Der Laptop kam heraus, und die ersten Schritte Richtung sondenklar waren gemacht.
Fertige Antworten hatten beide zu Beginn natürlich nicht. Die Berechnung des Ernährungsbedarfs ist komplex und extrem individuell, gerade bei Kindern wie am Fritz-Felsenstein-Haus, wo kaum ein Fall dem anderen gleicht. Also haben die beiden viele Studien und Leitlinien gelesen und mit denen gesprochen, die sich auskennen: mit Sandra Fleissner, Diätassistentin mit Spezialisierung auf die Ernährung von Kindern mit komplexen Erkrankungen, mit Prof. Lars Selig, Leiter des Ernährungsteams am Universitätsklinikum Leipzig, und mit Herstellern von Sondennahrung. Der Plan war, diese Arbeit einmal gründlich zu machen und sie dann zu teilen.
Hinter sondenklar stecken zwei Menschen, viel Herzblut, viele Abende und Wochenenden. Fehler können sich trotzdem einschleichen. Wenn etwas in Ihren Augen nicht passt, nicht Ihrer Erfahrung entspricht oder Sie einfach Feedback haben, schreiben Sie uns gerne. Ihre Rückmeldung hilft, sondenklar für viele besser zu machen.
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