Quellen & Methodik

Die Berechnungslogik stützt sich auf peer-reviewed Publikationen und Leitlinien sowie auf klinische Orientierungswerte, die als solche gekennzeichnet sind. Die Tool-Ergebnisse sind nicht klinisch validiert und ersetzen keine ärztliche Beurteilung.

239Quellen24Leitlinien-Dokumente57im Rechner wählbare DiagnosenStand: August 2026

Berechnungsablauf

Unser Ziel ist Transparenz: Jeder Berechnungsschritt soll nachvollziehbar sein — mit Angabe der verwendeten Quellen und Formeln, damit Sie die Herleitung jedes Ergebnisses selbst prüfen können.

Weitere Bausteine

Neben den elf Kernschritten enthält die Berechnung weitere Module, die Eingaben absichern oder das Ergebnis in einen Versorgungsplan übersetzen:

Therapieziel

Die Fachkraft kann das Ziel von „Erhalt" auf „Aufbau" oder „Abnahme" stellen — das verschiebt den Energie-Zielwert um ±10 % und Eiweiß um bis zu ±15 %. Sicherheits-Leitplanke: „Abnehmen" greift nicht bei Refeeding-Risiko oder Untergewicht. Die Verschiebung ist als vorläufige Klinik-Praxis gekennzeichnet.

Quelle: Projekteigene Stufung (klinische Praxis, Review ausstehend)

Makronährstoff-Verteilung

Fett- und Kohlenhydrat-Verteilung abhängig vom Diättyp (ketogen, Diabetes, hochkalorisch, …) und Diagnose-Kontext — z. B. COPD ≥ 50 % Fett, Onkologie ≥ 40 %, MCT-Anteil bei Malabsorption.

Quelle: DGEM/ESPEN-Leitlinien je Indikation

Amputations-Korrektur

Bei Amputationen wird für BMI und Gewichtsklassifikation das rechnerische Intakt-Gewicht verwendet (Osterkamp 1995); für den Ruheumsatz bleibt das gemessene Ist-Gewicht maßgeblich.

Quelle: Osterkamp (1995)

Pädiatrische Plausibilitätsprüfung

Die (ggf. projizierte) Körpergröße wird gegen WHO-2006-Wachstumsgrenzen geprüft: physisch unrealistische Werte lösen einen kritischen Hinweis aus, Werte außerhalb der 3.–97. Perzentile einen Info-Hinweis. Zusätzlich warnt die App, dass adulte BMI-Schwellen bei Kindern nicht gelten.

Quelle: WHO Child Growth Standards (2006)

Kostaufbau & Applikationsplan

Phasenschema nach Freiburg 2016: PEG 10–25 → 50 → 75 → 100 ml/h, PEJ 10 → 20 → 30 → 40 ml/h (max. 100–120 ml/h). Bei PEJ kontinuierliche Gabe mit Limit 150 kcal/h — Bolusgabe ist kontraindiziert.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg (2016), Praxishandbuch S. 27

Zielgewicht & Gewichtsprojektion

Altersadjustiertes Ziel-BMI (Praxishandbuch S. 56) mit diagnose-adjustierten Zielen (z. B. Querschnittlähmung, Muskeldystrophie). Projektion über 7.700 kcal pro kg Gewichtsänderung; sichere Raten 0,35 kg/Woche (Zunahme) bzw. 0,5 kg/Woche (Abnahme).

Quelle: Praxishandbuch S. 56, Wishnofsky (1958)

Doppelzählungs-Schutz (REE/TEE)

Jeder Rechenschritt ist intern als Ruheumsatz (REE) oder Gesamtumsatz (TEE) markiert. Eine automatische Quellen-Prüfung verhindert, dass eine am Gesamtumsatz gemessene Quelle als Grundumsatz-Faktor eingeht und anschließend erneut mit dem PAL multipliziert würde.

Quelle: Projekteigene Validierungsarchitektur

KI-Zweitmeinung

Optionaler Review der fertigen Berechnung durch ein Sprachmodell. Die KI rechnet nie selbst, schlägt keine Zahlen vor und darf ausschließlich die im Fall hinterlegten Quellen zitieren.

Quelle: Projekteigener Review-Layer (serverseitig validiert)

Beleg-Marken & Evidenz

Werte mit hinterlegter Quelle tragen im Rechner und im Versorgungsplan eine Beleg-Marke mit ihrer Gattung — Formel, Leitlinie, Studie oder Orientierungswert. Die Farbe kodiert genau zwei Zonen: literaturgestützt (ruhig) oder Orientierungswert, der im Einzelfall angepasst werden sollte (amber). Leitlinien mit ausgewiesenem Empfehlungsgrad zeigen den Grad zusätzlich an. Ein Wert, zu dem keine Einzelquelle aufgelöst werden kann, wird vorsichtshalber als Orientierungswert markiert.

FormelLeitlinieStudie

Belegt

Der Wert ist literaturgestützt: eine validierte Berechnungsformel, die Empfehlung einer Fachgesellschaft oder wissenschaftliche Studien.

Orientierungswert

Im Einzelfall anpassen

Klinischer Erfahrungswert ohne direkte Messung — als Ausgangspunkt gedacht, im Einzelfall durch die Fachkraft anzupassen.

Interne Einstufung „Wie gut belegt"

Unabhängig von der Beleg-Marke vermerkt jede Quelle intern, wie direkt die zugrundeliegende Evidenz gemessen wurde. Diese Einstufung steuert den Doppelzählungs-Schutz der Berechnung (siehe „Weitere Bausteine") und erscheint als kurzer Erklärsatz im Quellen-Detail — erreichbar, wenn Sie im Rechner eine Beleg-Marke antippen und „Mehr erfahren" öffnen. Hier die drei Stufen im Überblick:

Quellen ohne explizite Einstufung werden vorsichtshalber als Schätzung geführt. Die Einstufung „Gemessen" oder „Abgeleitet" ändert die Beleg-Marke nicht — beide erscheinen dort als „Studie" in der ruhigen Zone.

Zwei Bedarfsbasen im Vergleich

Der Rechner ermittelt den Bedarf auf zwei Wegen und stellt beide nebeneinander, damit Sie eine bewusste Basis wählen können. Beide nutzen dieselben Patientendaten — sie unterscheiden sich nur in der Methode:

Berechnet (Formelpfad)

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Berechnung aus den Schritten 1–10: Grundumsatz (Mifflin/Schofield), alle Diagnose- und Stress-Modifikatoren, PAL, Aktivitäten, Refeeding-Schutz sowie Protein, Flüssigkeit und Ballaststoffe. Dieser Wert steht im Kassenzettel und ist die Standard-Basis aller Zielwerte im Versorgungsplan.

= individuell hergeleiteter Wert

Leitlinien-Korridor

Der Ziel-Korridor aus den DGEM/ESPEN/ESPGHAN-kcal/kg-Richtwerten (bereits Gesamtumsatz, daher ohne separate PAL-Multiplikation). Er dient als Einordnung; wer ihn als Basis wählt, übernimmt den Mittelwert des Korridors.

= leitlinienbasierter Richtwert

Hinweis: Standardmäßig gilt für alle Werte der berechnete Formelwert. Bei Energie und Eiweiß lässt sich pro Wert auf den Leitlinien-Mittelwert oder einen eigenen Wert wechseln — die Differenz zwischen beiden Basen wird direkt an der Karte ausgewiesen. Flüssigkeit und Ballaststoffe haben keine separate Leitlinien-Basis (dort ist die Formel bereits der Leitlinienwert plus Modifikatoren) und sind nur manuell überschreibbar. Fehlt für einen Wert der Leitlinienwert, gilt automatisch wieder der Formelwert.

Dieser Rechner dient als Entscheidungshilfe und ersetzt nicht die individuelle Beurteilung durch qualifizierte Fachkräfte (Ärzte, Diätassistenten, Ernährungstherapeuten).

Hinweis

Dieser Rechner dient als Entscheidungshilfe und ersetzt nicht die individuelle Beurteilung durch qualifizierte Fachkräfte (Ärzte, Diätassistenten, Ernährungstherapeuten). Die angegebenen Werte sind Richtwerte und müssen je nach klinischer Situation angepasst werden. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an das behandelnde Ernährungsteam.